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Hauptkategorie: Essener Jugendanthologien

Ein Buchprojekt in Kooperation zwischen dem

Kulturzentrum Grend in Essen und dem Geest-Verlag in Vechta

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

nach dem großen Erfolg der letzten Essener Anthologie mit dem Titel „Ich begann zu erzählen“ starten wir jetzt ein neues Buchprojekt für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und zwanzig Jahren aus dem Ruhrgebiet, es ist bereits das sechzehnte. Diesmal geht es um unsere Zukunft und das, was wir mit ihr verbinden. Und wieder wollen wir mit Ihnen gemeinsam etwas Besonderes schaffen. Sie, sehr verehrte Damen und Herren, haben Kontakt zu jungen Menschen. Deshalb bitten wir Sie um Ihre Unterstützung und um Ihr Engagement!

 

 

Was wir wollen

 

Mit dieser Buchreihe und insbesondere mit diesem neuen Buchprojekt wollen wir gerne 

 

•   Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte in der Familie zum freien Schreiben  

     anregen,

•   ihnen bis in bildungsferne Schichten hinein über das Schreiben neue Perspektiven eröffnen, wie 

     sie sich mit ihren Vorstellungen und Bedürfnissen in unsere Gesellschaft einbringen können,

•   für sie Leistungsanreize schaffen, indem herausragende „literarische“

     Einzelleistungen mit der Aufnahme in die Anthologie belohnt werden,

•   ihnen ein literarisches Podium für eine gelungene Verständigung mit sich selbst und anderen  

     bieten,

•   Brücken bauen, wo es notwendig ist,

•   einen Beitrag zur ästhetischen Erziehung leisten,

•   auf literarischer Ebene Impulse für eine intensive Bildungsarbeit setzen.

 

Am Ende soll ein Buch stehen, in dem die interessantesten Texte veröffentlicht werden, die im Rahmen des Projektes entstanden sind.

 

 

Die Chance zur Standortbestimmung

 

Das Ziel dieser Reihe ist es, einen ganz besonderen Blick auf die Sichtweisen von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund im Ruhrgebiet zu werfen. Was bewegt sie? Was fühlen sie? Wofür stehen sie? Wohin wollen sie? Es sind Fragen, deren Beantwortung für uns alle wichtig ist. Denn wie sie junge Menschen beantworten, zeigt an, wohin die Reise unserer Gesellschaft geht. Gelingt es, die Kinder und Jugendlichen in unsere Erwachsenenwelt zu integrieren? Werden sie ihren Platz in unserer Gesellschaft finden, egal, ob sie in Deutschland geboren wurden oder nicht? 

Fast schon seismographisch zeigen die fünfzehn Anthologien, die bisher erschienen sind, auf, was sich bei den Kindern und Jugendlichen im Ruhrgebiet verändert und wo sie Kontinuitäten bewahren. Das geschieht sicherlich nicht mit Hilfe wissenschaftlich-exakten Methoden, wohl aber sehr persönlich und authentisch. Auf diese Weise sind die Essener Anthologien, die Ruhrlesebücher, mit ihren inzwischen über tausendfünfhundert veröffentlichten Texten geradezu zu einem Schatz der Jugendkultur geworden. Es ist wohl die einzige Buchreihe in der Bundesrepublik Deutschland für diese Altersgruppe, das so lange existiert und wirkt! Das jeweils neue Thema entsteht dabei immer wieder in Auseinandersetzung mit dem, was an Beiträgen für die letzte Anthologie erschrieben worden ist und was sich vor diesem Hintergrund an zentralen Fragen stellt. Genauso ist es auch bei dem neuen Buchprojekt.

 

 

Die bisherigen Titel:

 

 

Das neue Schreibprojekt

 

„Auf-Bruch in meine Zukunft“ heißt das neue Thema, um das es jetzt bei dem neuen Buchprojekt geht. Es trifft sicherlich die Mitte dessen, was junge Menschen heute bewegt und umtreibt. Die Stichworte „Fridays for future“, Armut, Nationalismus, Flüchtlinge, Rassismus und Corona-Virus sprechen da wohl für sich. Das Thema betrifft uns alle, Jugendliche aber besonders, geht es doch um sie, um ihre persönliche Zukunft, um ihre Gestaltungsperspektiven und ihre Grenzen. Gerade jetzt ist da vieles in Frage gestellt und die Verunsicherung groß. Das ist nicht zu übersehen. Wohin geht unsere Reise? Womit müssen wir rechnen? Was passiert mit uns, mit unseren Mitmenschen? Was mit unserer Kultur, mit unseren religiösen Traditionen? Was verändert sich? Was bleibt? Oder müssen wir damit rechnen, dass das, was wir uns aufgebaut haben, wieder in sich zusammenfällt? Manches haben wir in unserer Hand und können wir persönlich ganz konkret beeinflussen, anderes wohl eher nicht. Jedenfalls reicht die Spanne zwischen dem, was eine Utopie auszeichnet und eine Dystopie ausmacht, unermesslich groß. Wo stehen wir? Gerade in dieser Spanne kann das Schreiben hilfreich sein. Es kann helfen, sich seiner Selbst zu vergewissern, den eigenen Standort zu finden, Perspektiven zu formulieren und möglicherweise auch Wege zu finden, wie es weitergehen kann.

 

 

Worum geht es genau?

 

Schaut man sich das Thema genauer an, so bieten sich verschiedene Ansatzpunkte an, um darüber schreiben zu lassen. Da ist zunächst einmal die Alltagserfahrung der Jugendlichen, das, was sie tagtäglich erleben, womit sie sich auseinandersetzen. Das kann sehr unterschiedlich sein, je nach dem, welche Perspektive sie einnehmen. Die einen engagieren sich vielleicht bei „Fridays for future“, die anderen in ihrer Kirchen- oder Moscheegemeinde. Andere wiederum leben, aus welchem Grund auch immer, in prekären Verhältnissen und müssen jeden Tag um ihre ganz konkrete Zukunft kämpfen. Wieder andere haben vielleicht mit ihren Familien Fluchterfahrungen sammeln müssen, sind traumatisiert und müssen sich zwischen dem Alltagsrassismus bei uns und dem aufkeimenden Nationalismus zurechtfinden. Wieder andere wiederum fallen durch alle gesellschaftlichen Maschen und stehen alleine da, ohne zu wissen, wie es für sie vorwärtsgeht. Es geht um sie persönlich zwischen Familienleben, Schule, Freunden und mehr.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Auseinandersetzung mit der eigenen religiösen und kulturellen Tradition, mit dem, was man mitbringt, teilt und was in der eigenen Familie gelebt wird. Was hat Bestand, weil es einen hält und in die Zukunft trägt? Was muss abgestreift und beiseitegelegt werden, weil es zum Ballast, zur Last geworden ist? Alle Religionen stellen sich auf ihre je eigene Weise den Zukunftsfragen und versuchen, auf sie Antworten zu geben. Es sind religiöse Aussagen, die sie machen, aber gerade darum sind sie wichtig. Sind ihre Antworten stichhaltig? Halten sie, was sie versprechen? Kann man ihnen vertrauen? Immer wieder richten sie ihr Augenmerk auf ein von ihnen prognostiziertes Ende unserer Zeit, christlich gesprochen, auf die Apokalypse. Sind das „nur“ religiöse Aussagen? Immerhin finden diese religiösen Sichtweisen inzwischen ein Pendant in den warnenden Hinweisen des Club of Rome und denen vieler anderer Organisationen, die sich z. B. aus militärischen oder klimatologischen Gründen mit der Zukunft unseres Planeten befassen, und das zum Teil schon sehr lange.  

Im Mittelpunkt des Schreibens können aber durchaus auch Fragen der eigenen Identitätsbildung stehen. Wer bin ich? Wer soll ich und wer möchte ich sein? Welcher Weg ist für mich der richtige? Oder gibt es jemanden, der mir den Weg verstellt und mich dazu zwingt aufzugeben? Denkbar ist vieles. Klar ist nur, dass die Standortbestimmung die Voraussetzung dafür ist, dass man überhaupt dazu in der Lage ist, eine Richtung einzuschlagen und wirklich vorwärtszukommen, also sehr konkret die eigene Zukunft in den Blick zu nehmen. Auch das ist wichtig. 

Interessant ist es darüber hinaus auch, sich mit Zukunftsperspektiven auseinanderzusetzen. Dabei könnte es zum einen um reale Ansatzpunkte gehen und zum anderen darum, im Schreiben Möglichkeiten auszuprobieren, wie man vorwärtskommen kann mit all den Fallstricken und Fallgruben, die es wohl gibt. Immer zwischen dem realen Leben und einer Fantasiereise unterwegs! Auf diese Weise können schreibend Wegmarkierungen gesetzt werden, Wegweiser und anderes mehr, was weiterhelfen kann. Das gilt für alle Aspekte, die das Zukunftsthema umfassen.

Eine besonders schöne Herausforderung, ein letzter Gesichtspunkt, ist es vielleicht, einen utopischen oder dystopischen Text zu entwerfen.  Auch so kann unsere Gegenwart in den Blick genommen werden, lassen sich Forderungen formulieren, was zukünftig sein sollte oder nicht. Genauso kann dargestellt werden, was passiert, wenn wir uns nicht darauf einstellen, was möglicherweise auf uns zukommt. Vieles ist denkbar, auch das, und zwar jenseits dessen, was die Filmprogramme im Fernsehen oder im Netz bieten.  

Das Schreiben ist gerade für Kinder und Jugendliche eine Chance. Vieles kann auf den Tisch kommen, je nach dem, was ihnen auf der Seele brennt und was sie intensiv beschäftigt: die Familie, der Freundeskreis, das schulische Erleben, die eigene Kultur, das religiöse Selbstverständnis und … und … und … Immer wieder sind es kleine Erlebnisse, die sie innerlich berühren, manchmal aber auch äußere Widerfahrnisse, denen sie sich stellen müssen. Mal geht es um kleine Beobachtungen, die interessant und mitteilenswert erscheinen; mal sind es Schicksalsschläge, die sie aus der Bahn werfen und von ihnen eine Neuorientierung verlangen. 

Es sind äußere Vorkommnisse wie innere Prozesse gleichermaßen, denen sie sich stellen müssen, und von ihnen können sie schreiben. Denn das hilft. Das geht Kindern und Jugendlichen genauso wie uns Erwachsenen. Zum einen können sie das Dargestellte, indem sie es aufschreiben, loslassen und besser bewältigen. Zum anderen können sie damit auch Dinge im Wortsinn zur Sprache bringen, die ihnen noch nicht so klar sind. Dann können sie sich auf diesem Weg auch positionieren und einen Standpunkt beziehen, etwa zu einem Vorfall, der sie umtreibt. Sie können sich sogar, indem sie dies tun, in eine bestimmte Tradition stellen und deutlich machen, dass sie sich mit ihr identifizieren oder gerade dies eben auch nicht tun. Und schließlich können sie erzählend auch etwas entwerfen, das vielleicht erst in der Zukunft für sie relevant wird. Das Schreiben unterstützt sie entwicklungspsychologisch auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden; es hilft ihnen, ihren persönlichen Lebensentwurf zu finden und vorwärtszukommen. Und das mitten bei uns im Ruhrgebiet! Zwischen den vielen Kulturen und Religionen, die bei uns zu Hause sind! Gerade jetzt nach dem Ende des Bergbaus. In einer Zeit der Unruhe, des Umbruchs. In der vieles so in Frage gestellt wird. 

Notwendig ist es deshalb, dass Sie Kindern und Jugendlichen Raum geben zu schreiben: von sich, von anderen, von ihrer Kultur, von ihrer Religion, von was auch immer. Das Schreiben ist nicht, wie vielleicht sonst im Unterricht, Mittel zum Zweck, sondern gewinnt seinen Wert aus sich heraus. Jeder Einzelne soll zu Wort kommen, ja, zum Wort in dem, was ihm wichtig ist und worüber er sich äußern möchte. Vielleicht sogar jenseits aller Narrative und Konventionen, die uns prägen und womöglich unser Eigenes zu verschütten drohen! Selbstbestimmtes Schreiben ist gefragt, eines, das nicht gleich von außen gesetzte Erzähl- und Schreibnormen einfordert, sondern die innere Konsistenz eines Vorgangs in den Mittelpunkt rückt und diesen unterstützt. Das kann (auto-) biografisch sein, muss es aber nicht. Denkbar ist genauso gut ein fiktives Erzählen oder eines, das noch ganz anderen Kriterien folgt, je nach Wunsch des Schreibenden. Natürlich heißt das nicht, dass die Schülerinnen und Schüler alles, was sie in der Schule und sonstwo an Erzähltechniken gelernt haben, beiseitelegen müssen; sie können das Gelernte gerne im intendierten Sinne nutzen. Das versteht sich von selbst.  Es geht darum, dass sie wirklich zu Wort kommen. Das ist wichtig. 

 

 

Mögliche Themenfelder

 

Gerade bei uns im Ruhrgebiet ist die Frage nach der Zukunft von zentraler Bedeutung.  Viele Menschen sind ins Revier eingewandert, um hier bei Kohle und Stahl ihr Auskommen, ihre Zukunft zu finden. Andere kamen, weil sie woanders verfolgt wurden und bei uns Sicherheit für sich und ihre Familien suchten. Das begleitet uns schon lange. Die Frage nach dem, wie es weitergeht, ist die Existenzfrage des Ruhrgebiets schlechthin, und zwar mit allen dazugehörenden Schwierigkeiten und Konflikten. Sie ist der Grund, warum so viele Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen bei uns zusammenleben, ja, vielleicht auch zusammenleben können. Und das gilt nach dem Ende des Bergbaus in unserer Region umso mehr. 

Die Jugendlichen, die bei uns zuhause sind, sind mit diesen Fragen nach der Zukunft groß geworden. Sie erleben sie, sie erleiden sie, wie auch immer. Insofern dürfte das, was sie dazu zu sagen haben, besonders interessant sein in unserer global zugespitzten Situation. Wie gehen sie mit den existentiellen Bedrohungen um? Wie bewältigen sie ihren Alltag? Welche Richtung schlagen sie ein? Und: Welche Ideen und Vorstellungen entwickeln sie? Welche Hoffnungen haben sie, welche Ängste? Zu fragen ist auch, was das alles für das Zusammenleben zwischen den verschiedenen Kulturen bei uns bedeutet! Was lebt bei den Kindern und Jugendlichen weiter? Was nehmen sie mit? Wie wehren sie sich gegen Unzumutbarkeiten? Welche Perspektiven eröffnen sich gerade jungen Menschen hier im Revier? Ist vielleicht so etwas wie ein Auf-Bruch ins Künftige zu spüren, der Wille, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen? 

Vieles davon wird sich sicherlich in den literarisierenden oder auch literarischen Texten, spiegeln, die die Jugendlichen schreiben. Der Schmelztiegel Ruhrgebiet steht da für sich. Das aber sind nur einige Ansätze, auch anderes ist denkbar. Im Mittelpunkt sollte auf jeden Fall das stehen, was den Jungautorinnen und -autoren auf dem Herzen liegt. Wovon wird vielleicht später zu erzählen sein?  

 

 

Ausblick

 

Und so lädt die neue Essener Anthologie alle Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und zwanzig Jahren, die bei uns im Revier leben, dazu ein sich mit dem Thema „Auf-Bruch in meine Zukunft“ auseinanderzusetzen und darüber zu schreiben. Was erleben sie bei sich und in ihrem Umfeld? Welche Erfahrungen sammeln sie? Wie gehen sie mit den daraus resultierenden Problemen um? Was zeigt sich beim Blick in den eigenen Spiegel? Vor allem, wenn die verschiedenen Erzähl- und Schreibkulturen, die es im Revier gibt, miteinander in Verbindung treten! Was wird da entstehen? Was die Jugendlichen uns über dieses Thema mitzuteilen haben, ist mit Sicherheit interessant auch über unsere Region hinaus. Vielleicht ist es beispielgebend. Wer weiß! Umso wichtiger ist es, das Ganze mit ihnen gemeinsam anzugehen!   

 

 

 

Unsere Bitte

 

Aus diesem Grunde sprechen wir Sie, verehrte Moderatorinnen und Moderatoren, persönlich an! Geben Sie den Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen, in denen Sie arbeiten und mit denen Sie zu tun haben, Raum, sich mit der Thematik zu befassen!  Davon auszugehen ist auf jeden Fall, dass das, was bei jungen Menschen auf erzählerischer Ebene passiert, in vielerlei Hinsicht sein Pendant bei ihnen selbst findet. Und das ist gerade für ihr Lebensalter wichtig. Es ist ein Schritt sprachlicher „Verortung“, der sie den Blick nach vorne richten und Perspektiven entwickeln lässt. Woher komme ich? Was will ich? Was kann ich? Wie kann ich das, was ich will, erreichen? Es sind Fragen, die ihnen Wege eröffnen, sich kritisch und selbstkritisch mit der eigenen Vergangenheit, der eigenen Gegenwart und der eigenen Zukunft zu befassen. Das gilt für alle, egal, wo sie geboren wurden oder woher sie stammen. Und das ist für jeden, der mit jungen Menschen zu tun hat und sich für ihre Belange interessiert, etwas, an dem er eigentlich nicht vorbeigehen kann. Er muss darum wissen, wenn er sie erreichen will. 

 

 

Von sich selbst erzählen

 

Wenn sich Kinder und Jugendliche mit dieser Thematik beschäftigen, so berührt das zentrale Fragen ihrer Existenz. Der Schweizer Autor Peter Bichsel sagte schon 1982 in seinen Frankfurter Poetik-Vorlesungen: „Wer sich auf das Erzählen einlässt, der (...) tut es, um sein Leben zu leben.“ (P. B., Der Leser. Das Erzählen, Darmstadt und Neuwied 1982). Dieser programmatische Satz könnte auch für das stehen, was die neue Ruhrgebietsanthologie will. Wenn junge Menschen anfangen zu erzählen, dann sind das keine Fingerübungen. Schon gar nicht, wenn es um ihre Belange geht. Denn in ihren Texten setzen sie sich mit ihren Erfahrungen auseinander und beziehen diese auf ihre Wirklichkeit. Was sie erzählen und wie sie dies tun, spiegelt also viel von dem, was in ihnen vorgeht. Und das ist wichtig, damit sie ihre persönliche Zukunft in unserer Gesellschaft finden. Wie verarbeiten sie das, was sie erlebt haben? Wie beschreiben sie, was gewesen ist? Welche Worte finden sie für die Fakten, welche für das, was es zu gestalten gilt? Welche Erkenntnisse führen sie weiter? Gehen sie auf eine Fantasiereise oder bleiben sie im Hier und Jetzt stecken? Welche (literarische) Formkraft entwickeln sie, um das darzustellen, was sie darstellen wollen?

 

 

Tipps

 

Natürlich steht es jedem Jugendlichen frei, sich diesem Thema so zu nähern, wie er es gerne möchte. Gleichwohl dürften manchmal Tipps sinnvoll sein, um dem einen oder anderen Wege zu zeigen, wie er diese Thematik angehen kann. Und manchmal geht es ja vielleicht auch darum, Schreibblockaden aufzulösen und Schreibwege zu finden, die aus einer Sackgasse herausführen. Für die meisten ist ja ein solches Schreiben noch eher ungewohnt:  

 

 

Geben Sie den jungen Schreiberinnen und Schreibern die Orientierungshilfen, die sie benötigen, um sie beim Schreiben zu unterstützen. Das ist für uns kein Ausschlusskriterium. 

 

 

Impulse für Ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

 

Dass sich aus dem, was Kinder und Jugendliche sich erdichten und erzählen, wichtige Impulse für die Kinder- und Jugendpolitik sowie die Integrationspolitik ergeben können, liegt auf der Hand. Allen Institutionen, die mit jungen Menschen zu tun haben, wie Schulen, Jugendgruppen, Migrantenvereine bis hin zu den politischen Verbänden bietet das Buchprojekt eine Chance zur Standortbestimmung und zur Reflexion über das, was bisher in der Arbeit mit diesen Kindern und Jugendlichen erreicht wurde. Na ja, und vielleicht ist vor diesem Hintergrund sogar hin und wieder mit neuen Einsichten zu rechnen, und deshalb bitten wir Sie um Ihr Engagement und Ihre Unterstützung! Lassen Sie also die Kinder und Jugendlichen, mit denen Sie es zu tun haben, Texte schreiben! Entscheidend ist, dass sie auf irgendeine Weise mit dem Thema zu tun haben und interessant sind. 

 

 

Ihre Aufgabe als Multiplikator

 

Bitte geben Sie den Kindern und Jugendlichen, mit denen Sie zu tun haben, Raum und Zeit, Texte zum Thema „Auf-Bruch in meine Zukunft“ zu verfassen! Nutzen Sie Ihre Position als Lehrer/in, Jugendleiter/in, Sozialarbeiter/in, Erzieher/in, Elternteil, usw., ermutigen und beraten Sie sie! Ermuntern Sie sie, in der Sprache zu schreiben, in der sie sich zu Hause fühlen!

Bitte fordern Sie Flyer für die Weitergabe an Ihre Schüler/innen, Kinder und Jugendlichen an, mit denen Sie arbeiten oder zu denen Sie Kontakt haben. Geben Sie diese an sie weiter, laden Sie sie ein und leiten Sie die gesammelten Texte bitte weiter! Bitte wählen Sie diese nicht vorher aus! Schicken Sie uns möglichst alle Texte, die bei Ihnen entstanden sind! Oft genug gibt es auch bei scheinbar Schlechterem einige Beiträge, die trotz mangelnder Sprachrichtigkeit Interessantes aufzeigen!

Manchmal muss das freie Schreiben vielleicht noch geübt werden. Hilfestellung dazu bieten beispielsweise: 

 

 

Aber auch sonst gibt es viele Bücher oder Internetadressen, die über das freie Schreiben und seine Möglichkeiten Auskunft geben.

 

 

Wichtige Hinweise

 

Selbstverständlich dürfen die Jugendlichen, vor allem die mit Migrationshintergrund, in der Sprache schreiben, in der sie sich zu Hause fühlen. In welcher, das sollte gegebenenfalls mit angegeben werden. Die für den Abdruck in der Anthologie ausgewählten Texte werden, wie im Verlagswesen üblich, Korrektur gelesen und den Jungautorinnen und -autoren noch einmal zur Kontrolle vorgelegt. Wenn Sie Fragen haben, dann melden Sie sich bitte bei uns! Wir beraten Sie gerne.

 

1 bis 3 Texte pro Person (jeweils max. 3 Din A4-Seiten).

 

Die Ausschreibungsfrist endet am 1. August 2020.

 

Adresse (zur Abgabe der Texte)

 

Kulturzentrum Grend

z. Hd. Artur Nickel

Stichwort „Zukunft“

Westfalenstraße 311

45276 Essen

 

Absender (Telefonnummer, Email-Anschrift und Alter nicht vergessen!)

 

Die Jugendlichen, deren Texte aufgenommen werden, werden schriftlich informiert.

 Wer an dem Projekt teilnimmt, erklärt sich damit einverstanden, dass sein Beitrag in dem Buch und in Verbindung damit gegebenenfalls auch in anderen Medien veröffentlicht wird. Eingesandte Texte können leider nicht zurückgeschickt werden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

 

Weitere Infos unter

 

www.arturnickel.de

www.geestverlag.de

www.grend.de

 

Im November 2020 soll die Anthologie erscheinen und im Rahmen des Literaturfestivals „Literatürk“ in Essen mit einer öffentlichen Lesung präsentiert werden. Das geben wir rechtzeitig bekannt. Danach kann es weitere Lesungen und Veranstaltungen im Ruhrgebiet geben, um das Buch zu präsentieren und die in den Texten angesprochenen Themen in Schulen und anderen Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, zu diskutieren. Natürlich können Sie, so Sie dies wollen, mit dem Buch/den Büchern auch eigene Präsentationsformate in Ihrem Umfeld mit „Ihren“ Kindern und Jugendlichen entwickeln. Es gibt da bereits einige Vorbilder. Wenn Sie all dem Interesse haben, Anregungen haben oder uns unterstützen möchten, wenden Sie sich bitte an uns! Das Gleiche gilt, wenn Sie andere Fragen zu dem Buchprojekt haben.

 

Wir sind gespannt auf die Texte und verbleiben

mit herzlichen Grüßen

 

Dr. Artur Nickel

(Herausgeber)

 

Kulturzentrum Grend

Westfalenstraße 311

45276 Essen

Tel.: 02327 974246     

Fax: 0201 8513250

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.arturnickel.de 

 

Alfred Büngen

(Verleger)

 

Geest-Verlag

Lange Straße 41 A

49377 Vechta

Tel.: 04447 856580

Fax: 04447 856581

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www.geestverlag.de