Was noch anzumerken ist! 
Sashe Dominique Djoleo (18 Jahre), die seit 2024 bei den Essener Anthologien mitschreibt, hat 2025 ein Gedicht in der zweiten Ausgabe der "Brache. Zeitung für neue Literatur aus dem Ruhrgebiet" veröffentlicht. Es heißt "Wer bin ich?" und setzt sich mit dem auseinander, was das Selbst ausmacht. Schon die ersten Verse sprechen für sich: 
 
Ich ... ich weiß nicht, wer ich bin.
Ich weiß, was ich bin.
 
Vorsichtig, stockend nähert sich die Autorin dem Thema. Wer weiß schon ganz genau, wer man ist? Wenn man einmal vom Namen absieht! Sasha Dominique Djoleo geht dieser Frage nach. Was es ist, scheint das lyische Ich zu wissen. Das ist schon einmal ein Schritt, der eine Richtung andeutet. Und so setzt sich die literarische Reflexion fort. Ein starker Text, der einen so schnell nicht wieder loslässt! 
Sasha Dominique Djoleo repräsentiert aber nicht einfach nur eine junge Autorin, die im Ruhrgebiet lebt. Sie ist mehr. Sie ist eine von sechs Schwarzen/ afrikanischen/ afro-diasporischen Autor*innen aus dem Revier, die sich dieser Frage nach dem Selbst stellen. Mit bemerkenswerter Klarheit und einer reflexiven Tiefe, wie man sie woanders nur selten wahrnimmt. Das ist klasse! Und bedenkenswert!
Redaktionell betreut wird die neue Literaturzeitung "Brache" von Esra Canpalat, Julienne De Murier und Lukas Hermann. Letzterer ist der Inhaber der Buchhandling "readymade" in Gelsenkirchen-Ückendorf. Die erste Auflage: 1500 Exemplare. In der Buchhandlung "readymade", Bochumer Straße 108, 45886 Gelsenkirchen, zum Beispiel gibt es mehr von diesen Zeitungsexemplaren.
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